Gewässerbogen Packereigraben
Fassung vom 13.03.2024
Gewässer | Packereigraben |
Bezirk | Reinickendorf |
Zuständige Behörde | Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt |
Abteilung V – Tiefbau, Fachbereich Gewässer, V B C 4 | |
Abteilung II – Referat Wasserwirtschaft, Wasserbehörde | |
Straßen- und Grünflächenamt (SGA) Bezirksamt Reinickendorf | |
Umwelt- und Naturschutzamt (UNA) Bezirksamt Reinickendorf | |
Kontakt zur Behörde | |
Mängel im Ist-Zustand (21.3.2025)
- Vorbemerkung: Der Packereigraben wurde in den 1980er Jahren an mehreren Abschnitten im Oberlauf aufgewertet (z.B. gewundener Verlauf, Verästelung), zusätzlich wurden im Rahmen des Projektes Aktionsnetz Kleingewässer im Oktober 2022 an 3 Versuchsstrecken a 10-20 m Länge erprobungsweise weitere Maßnahmen zur Verbesserung der strukturellen Situation vorgenommen (v.a. Kieseingabe, Strömungslenker/ Treibselsammler, Baumpflanzungen)
- Schlechte Wasserqualität (infolge Schlammbildung, Einleitung verunreinigtes Straßenabwasser bzw. Dach-, Wege- und Platzabwasser)
- Habitatarmut
- Schlamm bzw. Verschlammung Gewässergrund infolge Einleitung von verunreinigtem Straßen-/Dach-/ Platz- und Wegeabwasser sowie Falllaub
- Ufer: Bewuchs mit Japanischem Staudenknöterich -> Verdrängung von gebietstypischen Pflanzen, z.T. Trittschäden durch Wild (Wildschwein), Erosion Uferböschung (Versuchsstrecke 3)
- Gewässerrand
- (Versuchsstrecke 1), kurz gehaltener Rasen -> artenarme Grünfläche
- Trittschäden an Gehwegen
- Abfall (inkl. Eingabe von Feinkies)
- Defizite Fauna und Flora (vgl. Untersuchungen des Wassernetzes)::
Beschreibung der Maßnahmenvorschläge
Ziel
- Verbesserung/ Diversifizierung Habitatbedingungen
- Japanischer Staudenknöterich breitet sich nicht weiter aus und betreffende Vegetation ist rückläufig (gemessen in m²)
- Fläche der Trittschäden am Ufer (in m²) breitet sich nicht weiter aus bzw. ist abnehmend
- Fläche der erosionsgefährdeten Böschung in m² nimmt ab, Vegetation ist möglich
- Aufkommen Abfall an Ufer und im Wasser beträgt 0 Teile/ je Beobachtungsintervall
- Wasserfläche (in m²) mit ausreichenden Lebensbedingungen für Wasserorganismen (Reduzierung verschlammte/übererdeter Bereich am Gewässergrund inkl. über Kies in m², Sauerstoffgehalt nimmt zu)
- Stellen mit kleinen Strömungsänderungen/ Turbulenzen nehmen zu
- Entwicklung Vielfalt an Lebensgemeinschaften im und am Wasser
- Bäume, Gehölze und/oder Staudenpflanzen können sich gut entwickeln (keine Vertrocknung)
- Röhricht- und/oder Schwimmblattpflanzen bleiben hinsichtlich besiedelter Fläche (m²) und/oder Artenzahl stabil bzw. neben zu (z.B. Sumpfschwertlilie, Blutweiderich)
- gebietseigenen Amphibien (z.B. Teichfrosch, Erdkröte) sind beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
- gebietseigene Libellen(larven) (z.B. große Pechlibelle, blaugrüne Mosaikjungfer) sind beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
Materialien
- Gehölz (Brombeeren, Berberitze Johannisbeere)
- Ggf. für Pflanzung in 2025 niedrig wachsende Gehölze bzw. Stauden
- Kies
- Pallisaden
- Arbeitsgeräte/-utensilien: Säcke, Spaten, Rosen-/Astschere, Schubkarre, Handschuhe, Eimer, Harke, Vorschlaghammer
Ausführung
- Abschneiden des oberirdischen Stengels des Japanischen Staudenknöteriches direkt an der Basis im Ufer- und Böschngsbereich (möglichst alle 2 Wochen, mind. vierteljährlich)
- Pflanzung Gehölz und ggf. Einsaat Stauden (ggf. Auflockerung Boden, Bewässerung mind. monatlich)
- Partielle Entfernung Schlamm, Feinkies/Sand, Laub, Erde (mind. jährlich)
- Einbringen Kies
- Einbringen Pallisaden
- Aufsammeln von Abfall (mind. vierteljährlich)
Gefährdungsanalyse und flankierende Maßnahmen
Welche Faktoren gefährden den Maßnahmenerfolg?
Die Einleitung von verunreinigtem Niederschlagswasser v.a. von Straßen führt zur Verschlammung, toxischen Belastung und Sauerstoffzehrung. Ohne die Behebung der Verunreinigungsquellen bzw. ohne Vorreinigungen der Einleitungen bleibt die Wasserqualität im Gewässer kritisch, weshalb die zunächst punktuellen Aufwertungsmaßnahmen allenfalls eingeschränkt wirken können.
Der Packereigraben wird phasenweise stärker von Besucher*innen genutzt. Zum Teil werden Ufer und Gewässerbereiche aufgesucht, Abfall entsorgt. Dies kann zu lokalen Störungen und Belastungen des Gewässers führen.
Welche Gefährdungen können von der Maßnahme selbst ausgehen?
Bei unsachgemäßer Behandlung, Lagerung und Entsorgung des Japanischen Staudenknöterichs kann dieser Neophyt sich weiter ausbreiten.
Durch Strömungslenker kann es ggf. zu großen Ansammlungen (Barrieren) bzw. Rückstau kommen.
Inwiefern können ermittelte Gefährdungen seitens des Wassernetzes minimiert werden (z.B. Aufklärung, Anregungen zur Gewässerreinhaltung)?
Das Wassernetz setzt sich politisch dafür ein, dass die Einleitung von Straßen-, Dach- und Fassadenabwässer minimiert werden (u.a. durch Entsiegelung, Begrünung, veränderte Mobilität). Mindestens 1x/Jahr wird die Landespolitik darauf angesprochen und dabei die Umsetzung geeigneter Maßnahmen eingefordert.
Durch Informationsveranstaltungen, Schautafel, Patenschaft und Gespräche bei den Einsätzen soll dazu beigetragen werden, Parkbesucher*innen für den Gewässerschutz zu sensibilisieren und für eine Mitwirkung vor Ort zu gewinnen.
Bei der Entfernung/Reduktion der Neophyten wird darauf geachtet, dass Pflanzenteile ordnungsgemäß entsorgt werden (direktes Einbringen in Säcken, Entsorgung über Hausmüll statt Biomüll)
Regelmäßige Funktionskontrolle der Strömungslenker und ihrer Effekte. Ggf. Entfernung Barrieren bzw. Information Unterhaltungspflichtigen.
Inhalt und Zeitpunkt der Funktionskontrolle
Wie soll die Funktionskontrolle durchgeführt werden?
Überprüfung (vierteljährlich),
- Ausbreitungsfläche des japanischen Staudenknöterichs (möglichst alle 2 Wochen)
- % der untersuchten Wasserfläche, die mit Schlamm, Laub bzw. Erde bedeckt ist
- ob Gehölze anwachsen
- ob Röhrichtpflanzen wachsen
- ob Pallisaden stabil sind, keine Komplettbarrieren entstehen, es zu keinem Rückstau kommt und Strömungsablenkungen/ kleinere Turbulenzen befördert werden
- wie viel Abfallteile im Bereich der untersuchten Fläche liegen (vgl. Karte)
Wann wird die Maßnahme als erfolgreich bewertet?
- Mindestziel:
- Zusätzliche Pat*in wird gewonnen, die regelmäßig Funktionskontrolle vor Ort durchführt bzw. hierbei unterstützt
- kein weiteres Ausbreiten des japanischen Staudenknöterichs
- Anwachsen des Gehölzes
- Reduzierung Abfallaufkommen
- verschlammter Bereich am Gewässergrund in m² nimmt ab
- Sauerstoffgehalt im Gewässer: Sauerstoffgehalt liegt im untersuchten Wasserbereich bei mind. 4 mg/l und bei 100%
- Reduzierung Ausbreitungsfläche Staudenknöterich um mind. 50%
- Erholung geschädigte Vegetationsdecke im Uferbereich bzw. Minderung erosionsgefährdete Fläche im Böschungsbereich in m²
- (Weitere) Röhrichtpflanzen sind nachweisbar, nehmen hinsichtlich besiedelter Fläche (m²) und/oder Artenzahl zu (z.B. Sumpfschwertlilie, Blutweiderich)
- gebietseigenen Amphibien (z.B. Teichfrosch, Erdkröte) sind beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
- gebietseigene Libellen(larven) (z.B. große Pechlibelle, blaugrüne Mosaikjungfer) sind beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
Zeitpunkt:
Mindestziele: bis 31.12.2025
Mindestens ein weiteres Ziel: bis 31.12.2027
Alle weiteren Ziele: bis 31.12.2030
Inhalt und Datum der Erfolgskontrolle
Ø Physikalisch-Chemisch Ø Flora, Faunistisch, Indikatororganismen
Ø Gewässerstruktur
Beschreibung der geplanten Erfolgskontrolle,
physikalisch – chemisch (vierteljährlich)
- Sauerstoffgehalt (mg/l)
- Nährstoffgehalt (v.a. Phosphat) (mg/l)
- Temperatur ° C
- Elektrische Leitfähigkeit (uS/cm)
- Wasserstand in m
- Trübung (cm)
- Fließgeschwindigkeit im Bereich Strömungslenker
- Auffälligkeiten Geruch (H2S)?
Flora (möglichst alle 2 Wochen, mind.:2x/a, Frühling und Sommer)
- Gehölzsituation (Anzahl vertrockneter Äste)
- Japanischer Staudenknöterich (m²)
- Röhrichtpflanzen (Vorkommen, m², Anzahl Arten)
Faunistisch (jährlich Anfang Frühling, d.h. Ende März/April )
- Gebietseigene Amphibien (Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen)
- Gebietseigene Libellenlarven (Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen)
Gewässerstruktur (vierteljährlich)
- Anteil Gewässergrund bedeckt mit Schlamm, Erde (m²)
- Anteil unbedeckte Fläche im Bereich der Böschung (m²)
- Trittschäden (m²)
Zeitpunkt: s.o.
Wurde eine Nullprobe durchgeführt?
Bisher teilweise – im Rahmen der Untersuchungen (April/ Juni 2023).
Eine aktualisierte Bestandsaufnahme erfolgt am 21.3.2024
Untersuchungsgebiete mit Messpunkten für chemisch-physikalische und biologische Beobachtungen/ Messungen
Einschätzung der Gefährdung
Ist die befürchtete Gefährdung eingetreten? In welchem Umfang? Muss an der Maßnahme nachjustiert werden? Müssen Maßnahmen zu den Randbedingungen angepasst werden?
Ergebnisse der Funktionskontrolle
z. B.: Ist die Maßnahme noch intakt? Gab es Vandalismus? Muss an der Maßnahme nachjustiert werden?
Ergebnisse der Erfolgskontrolle
Konnten die Indikatororganismen gestärkt werden? Wurden die physikalischen und chemischen Parameter verbessert? Wurde die Gewässerstruktur verbessert?
Weitere relevante Anmerkungen/ Hinweise
z.B. Informationen durch Pat*innen, Anwohner*innen, Passant*innen….
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