Gewässerbogen Kleiner Karpfenpfuhl
Fassung vom 07.05.2025
Gewässer | Kleiner Karpfenpfuhl |
Bezirk | Tempelhof-Schöneberg |
Zuständige Behörde | Straßen- und Grünflächenamt (SGA) Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg |
Umwelt- und Naturschutzamt (UNA) Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg | |
Umwelt- und Naturschutzamt (UNA) Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg | |
Kontakt zur Behörde | |
Bei dem Kleinen Karpfenpfuhl handelt es sich lt. Geoportal um ein Schutzgebiet (Naturdenkmal ND-23). Die Vorschläge stehen bzgl. ihrer Umsetzung unter dem Vorbehalt, dass sie seitens der Naturschutzbehörde Zustimmung erhalten.
Mängel im Ist-Zustand (21.3.2025)
- Wassermangel
- Bei dem Ortstermin war aufgrund längerer Trockenheit kein Wasser im Gewässer vorzufinden, allein Hinweise für ehemalige Wasserbeschickung/ Feuchtigkeit anhand Vorkommen von Schilf und Moosen sichtbar
- lt. den Ortskundigen (Stadtnaturranger*innen) befindet sich nur temporär – und auch nicht jedes Jahr – Wasser im Pfuhl, es hat bereits viele Jahre mit durchgängiger Trockenheit gegeben
- kein wasserführender oberirdischer Zulauf, trockene Rinne im Ablauf zum Grüntenteich
- Versorgung mit Schichtenwasser sichergestellt? (gespannter Grundwasser mit Flurabstand von 15-20 m, Zunahme der Versiegelung im Umfeld)
- Vegetation – > allenfalls mäßiger Wasserbedarf
- im Gewässerbett ca. 20m großes Schilfareal, sonst gemähtes Gras und Moos
- Gehölzvegetation (Laubbäume) im Böschungsbereich, v.a. am Ostufer und Westhang -> sorgt zugleich für Beschattung und Reduktion Verdunstung Teichwasser
- Ggf. Ausbreitung Neophyten
- Einträge
- v.a. potenziell durch Falllaub von Bäumen in Umgebung
- Habitatarmut
- Infolge Wasserarmut -> Bestand Röhricht gefährdet bei zunehmender Trockenheit
- Zusammensetzung v.a. aus Schilf, Gras und Moos -> Zurückdrängung Pflanzenvielfalt
- großflächige Mahd
- Fehlen von Totholz
- potenzieller Freizeitdruck durch leichten Zugang zum Gewässerbett
- Situation Amphibien
- bei dem Termin konnten keine Amphibien ermittelt werden
- z.T. potenzielle Störungen im Bereich Ufer/ Gewässerbett (s.o.)
- Situation Libellen
- aufgrund Wassermangel keine Larven vorhanden und sichtbar
Beschreibung der Maßnahmen
Ziel
- Unterstützung der vorhandenen Vorkehrungen für das Schutzgebiet
- Verbesserung Wassersituation
- Wasser kann sich häufiger und länger im Gewässer halten (Anzahl Termine mit Wasserstand in m/ m² Ausbreitung)
- Wasserentzug nimmt nicht weiter zu, ist im Gleichgewicht (z.B. Vegetation mit stärkerem Wasserbedarf nimmt im Gewässerbett und am Ufer nicht zu, Mosaik an Stellen mit Totholz, unter dem das Wasser nicht so schnell verdunsten kann, behutsame Zunahme der Bereiche mit niedrigwachsender/ geringfügiger Vegetation, ggf. mit kleineren Mulden)
- Wasserversickerung nimmt im Umfeld zu (z.B. Entsiegelungen im Einzugsbereich, Auflockerungen verdichteter Stellen)
- Förderung künstlicher Wasserspeisung (v.a. Niederschlagswasser von Dachflächen umgebender Gebäude)
- Verbesserung/ Diversifizierung Habitatbedingungen
- Perspektivisch: Diversifizierung Vegetation im Gewässerbett und Ufervegetation gebietseigene Arten an Kleinröhricht, Gehölz und Kräutern können sich entwickeln (gemessen an Artenanzahl und m²),
- Aufkommen Abfall an Ufer und im Wasser beträgt 0 Teile/ je Beobachtungsintervall
- Anteil Totholz im Gewässerbett nimmt zu (auch als Habitat für Amphibien und Insekten geeignet)
- Entwicklung Vielfalt an Lebensgemeinschaften im und am Wasser
- gebietseigene Amphibien (z.B. Teichfrosch, Erdkröte) sind weiter beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
- gebietseigene Libellen(–larven) (z.B. große Pechlibelle, blaugrüne Mosaikjungfer) sind beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
- Störungen durch Nutzungsdruck werden im Gewässerbereich minimiert
Materialien
- Totholz
- Förderung Aufwuchs gebietseigenes Gehölz als Barriere (ggf. Umpflanzungen bzw. Neupflanzung Feldahorn)
- Pflanzgut (Röhricht- und weitere Wasserpflanzen, gebietseigen)
- Arbeitsgeräte/-utensilien: Rosen-/Astschere, Schaufel/ Spaten (bei Pflanzungen), Säcke, Eimer, Schubkarre, Wathose
Ausführung
- Ggf. punktuelle Entfernung/Minimierung Jungwuchs an Gehölzen und hochwachsender Gräser im Gewässerbett und ggf. Minimierung Neophyten im Uferbereich (mind. vierteljährlich, in Abstimmung mit den von BA veranlassten Maßnahmen, Dokumentation und Info auch an Stiftung Naturschutz Berlin)
- Einbringen von Totholz als Habitat für Amphibien/Insekten im Ufer- und/oder Wasserbereich (ggf. Nutzung Astabbruch aus dem Umfeld)
- Setzen von geeigneten gebietseigenen Röhrichtpflanzen in Abstimmung mit Bezirksamt
- Ggf. Aufsammeln von Laub Abfall (bei Bedarf)
Gefährdungsanalyse und flankierende Maßnahmen
Welche Faktoren gefährden den Maßnahmenerfolg?
Hauptproblem ist der Wassermangel.
Welche nachteiligen Effekte können ggf. von der Maßnahme selbst ausgehen?
Ggf. Störung Biozönose bei Entfernung Gehölz bzw. andere Vegetation.
Inwiefern können ermittelte Gefährdungen seitens des Wassernetzes minimiert werden (z.B. Aufklärung, Anregungen zur Gewässerreinhaltung)?
Das Wassernetz setzt sich dafür ein, dass sich der lokale Landschaftswasserhaushalt verbessert (u.a. Unterstützung Entsiegelung und Versickerung, Reinigung und Einspeisung Regenwasser aus Einzugsgebiet inkl. Möglichkeit der Überleitung über andere Grundstücke). Mindestens 1x/Jahr wird u.a. die Landespolitik darauf angesprochen und dabei die Umsetzung geeigneter Maßnahmen eingefordert.
Auf richtigen Standort der Maßnahmen wird geachtet. Die Entwicklung der Wasserstände wird beobachtet und bei bedeutenden Veränderungen das Bezirksamt umgehend informiert.
Durch Einladung zu Veranstaltungen, Patenschaft und Gespräche bei den Einsätzen soll dazu beigetragen werden, Gewässerbesucher*innen, Anwohner*/Anlieger*innen und Nutzer*innen für den Gewässer– und Naturschutz zu sensibilisieren und für Maßnahmen für den Landschaftswasserhaushalt.
Bei der Entfernung/Reduktion von Gehölz/ Vegetation wird auf Schonzeiten geachtet und behutsam vorgegangen, um Störungen zu minimieren.
Inhalt und Zeitpunkt der Funktionskontrolle
Wie soll die Funktionskontrolle durchgeführt werden?
Die Funktions- und Erfolgskontrolle erfolgt mithilfe einer Check-Liste.
Überprüfung (vierteljährlich) – Mindestliste
- Wasserstand und/oder Ausbreitung Wasserfläche
- Ausbreitungsfläche Gehölz/Vegetation
- Hinweise auf Störungen (z.B. Trittschäden, Menschen/ Hunde im Gewässerbett oder Ufer sichtbar, Abfall)
- ob Totholz noch an den betreffenden Orten liegt, wo sie eingebracht wurden
- ob Kleinröhrichtpflanzen anwachsen
- inwiefern natürliche Gehölzbarriere anwächst
- (Zufalls-) Funde Amphibien und Libellen
Wann wird die Maßnahme als erfolgreich bewertet?
- Mindestziel:
- Pat*in wird gewonnen, die regelmäßig Funktionskontrolle vor Ort durchführt
- keine weitere Ausbreitung stark wasserzehrender Vegetation
- Reduzierung Abfallaufkommen
- Verbesserung Wassersituation
- Kleinröhrichtpflanzen sind nachweisbar, nehmen hinsichtlich besiedelter Fläche (m²) entsprechend der definierten Zielsetzung und/oder Artenzahl zu
- gebietseigene Amphibien (z.B. Teichfrosch, Erdkröte) sind beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
- gebietseigene Libellen(–larven) (z.B. große Pechlibelle, blaugrüne Mosaikjungfer) sind beobachtbar und nehmen hinsichtlich Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen zu
Zeitpunkt:
Mindestziele: bis 31.12.2025
Mindestens ein weiteres Ziel: bis 31.12.2027
Alle weiteren Ziele: bis 31.12.2030
Inhalt und Datum der Erfolgskontrolle
Ø Physikalisch-Chemisch Ø Flora, Faunistisch, Indikatororganismen
Ø Gewässerstruktur
Beschreibung der geplanten Erfolgskontrolle,
physikalisch – chemisch (vierteljährlich)
- Sauerstoffgehalt (mg/l)
- Temperatur °C
- Elektrische Leitfähigkeit (µS/cm)
- Phosphatgehalt (mg/l)
- Kupfer (mg/l)
- (Wasserstand in m – s.o.)
- Trübung (cm)
- Auffälligkeiten Geruch (H2S)?
Flora (2x/a, Frühling und Sommer)
- Japanischer Staudenknöterich (m²)
- Röhrichtpflanzen/ Schwimmblattpflanzen (Vorkommen, m², Anzahl Arten)
Faunistisch (jährlich Anfang Frühling, d.h. Ende März/April)
- Gebietseigene Amphibien (Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen)
- Gebietseigene Libellenlarven (Anzahl Tiergruppen und/oder Individuen)
Gewässerstruktur (vierteljährlich)
- Anzahl Totholz
- Trittschäden (m²)
Zeitpunkt: s.o.
Wurde eine Nullprobe durchgeführt?
Eine Voruntersuchung erfolgte am 21.3.2025
Kartengrundlage: https://fbinter.stadt-berlin.de/fb/
Einschätzung der Gefährdung
Ist die befürchtete Gefährdung eingetreten? In welchem Umfang? Muss an der Maßnahme nachjustiert werden? Müssen Maßnahmen zu den Randbedingungen angepasst werden?
Ergebnisse der Funktionskontrolle
z. B.: Ist die Maßnahme noch intakt? Gab es Vandalismus? Muss an der Maßnahme nachjustiert werden?
Ergebnisse der Erfolgskontrolle
Konnten die Indikatororganismen gestärkt werden? Wurden die physikalischen und chemischen Parameter verbessert? Wurde die Gewässerstruktur verbessert?
Weitere relevante Anmerkungen/ Hinweise
z.B. Informationen durch Pat*innen, Anwohner*innen, Passant*innen….
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